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PV Art. 146 Kürzung der Ferien

1 Sofern die Arbeit in einem Kalenderjahr während mehr als zwei Monaten ausgesetzt wird, ist der Ferienanspruch im Verhältnis der Anwesenheit zum Kalenderjahr festzusetzen. Der Ferienanspruch bleibt in jedem Fall mindestens zur Hälfte erhalten.

2 Bei Militärdienst, Zivilschutzdienst und Zivildienst wird für die Ermittlung des Umfangs der Ferienkürzung nach Absatz 1 nur auf die Arbeitsabwesenheit abgestellt, deren Dauer einen Monat übersteigt.

3 Bezahlter Mutterschaftsurlaub, Arbeitsverhinderung wegen eines dienstlich erlittenen Unfalls und Berufskrankheit sind für die Kürzung nicht anzurechnen. *

4 Während der Dauer von unbezahlten Urlauben besteht kein Ferienanspruch.

5 Werden während einer Teilarbeitsunfähigkeit Ferien bezogen, so sind sie voll anzurechnen.

                                                                  

Kommentar

Abs. 1 gibt im Sinne einer Karenzfrist („Wartefrist, Schonfrist“) vor, dass Abwesenheiten von weniger als zwei Monaten nicht zu einer Ferienkürzung führen. Für die Bestimmung der Karenzfrist werden sämtliche Abwesenheitstage zusammengezählt, auch die in Abs. 2 und Abs. 3 erwähnten privilegierten Abwesenheiten. Der Grund für die Abwesenheit (zum Beispiel Krankheit oder Militärdienst) ist somit zur Bestimmung der Karenzfrist nicht relevant. Die in Abs. 2 und Abs. 3 erwähnten privilegierten Abwesenheiten (bspw. wegen Militär-, Zivilschutz- oder Zivildienst, bezahltem Mutterschaftsurlaub, Betriebsunfall oder Berufskrankheit) werden erst bei der eigentlichen Berechnung der Ferienkürzung berücksichtigt. So darf bspw. die in Abs. 2 beim Militär-, Zivilschutz- oder Zivildienst erwähnte Frist von einem Monat nicht von der Karenzfrist von Abs. 1 abgezogen werden.

Selbst bei sehr langen Abwesenheiten während eines Kalenderjahres bleibt der Ferienanspruch in jedem Fall mindestens zur Hälfte erhalten.

Berechnungsbeispiele und weitere wichtige Hinweise finden sich im Merkblatt „Ferienkürzung“ des Personalamtes.

Abs. 5: Diese Regelung basiert auf einer gerichtlichen Feststellung: „Der Ferienanspruch eines (teilweise arbeitsunfähigen) Arbeitnehmers, der Ferien bezieht, verlängert sich nicht auf das Doppelte. Entweder steht die Krankheit der Erholung entgegen, dann hat der Arbeitnehmer am Arbeitsort zu verweilen und die hälftige Leistung zu erbringen, oder die Erholung wird durch die Erkrankung nicht verhindert, dann zählen die Ferien voll“ (Auszug aus: Jahrbuch des Schweiz. Arbeitsrechts 1997, p. 146). Analoges gilt für die Kompensation mit LZK- und JAZ-Guthaben.

Dokument

Merkblatt Ferienkürzung (PDF, 72 KB, 4 Seiten) 


 

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