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Verrechnungssteuer (Bund)

Die Verrechnungssteuer (VSt) ist eine Bundessteuer. Sie wird direkt an der Quelle erhoben für Erträge aus beweglichem Kapitalvermögen, auf schweizerischen Lotteriegewinnen und auf bestimmten Versicherungsleistungen.

Ab 2010 sind die Zinserträge bis CHF 200 bei allen Kundenguthaben von der Verrechnungssteuer befreit. Von dieser Freigrenze können nur diejenigen Kundenguthaben profitieren, welche einmal pro Kalenderjahr abgeschlossen werden und deren Zins nur einmal vergütet wird. Das bisherige „Sparheftprivileg“ wurde aufgehoben.

Bei Kundenguthaben mit monatlichen, quartalsweisen oder halbjährlichen Abschlüssen wird auf den Zinserträgen die Verrechnungssteuer erhoben.

Lotteriegewinne bis und mit CHF 1'000 (neu seit 2013) sind von der Verrechnungssteuer befreit.

Diese Steuer soll in erster Linie die Steuerhinterziehung verhindern. Die steuerpflichtigen Personen sollen damit veranlasst werden, alle Vermögens- und Einkommensteile, auf denen Erträge erzielt wurden, anzugeben. Die Verrechnungssteuer wird an Personen mit Wohnsitz in der Schweiz zurückerstattet, wenn sie Kapital und Ertrag in der Steuererklärung wahrheitsgetreu deklarieren. Ihr Verrechnungssteuerguthaben wird in der Regel in der Schlussabrechnung zum Steuerjahr verrechnet.

Die Verrechnungssteuer ist eine Objektsteuer und wird ohne Rücksicht auf die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Steuerpflichtigen erhoben. Der Steuersatz beträgt 35% auf Kapitalerträgen und Lotteriegewinnen, 15% auf Leibrenten und Pensionen und 8% auf Versicherungsleistungen in Kapitalform.

Beispiel: Von CHF 1’000 Zins überweist die Bank X nur CHF 650 dem Sparheftbesitzer. CHF 350 werden direkt an die Eidgenossenschaft abgegeben. Der Sparheftbesitzer erhält diese CHF 350 nur, wenn er seinen Zins korrekt deklariert! Wenn er das Sparheft und den Zins von CHF 1’000 korrekt deklariert, und einen Antrag auf Rückerstattung der Verrechnungssteuer stellt, wird ihm die Verrechnungssteuer zurückerstattet. Die Rückerstattung erfolgt durch Anrechnung an die geschuldete Kantonssteuer; eine Rückerstattung in bar erfolgt nur, wenn keine offenen Steuerforderungen verrechnet werden können. Die kantonale Steuerverwaltung ihrerseits kann dann diesen Betrag bei der Eidgenossenschaft einfordern.


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