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Straflose Selbstanzeige

Die steuerpflichtigen Personen können die Steuerbehörden auf eigenes Einkommen oder Ver­mögen hinweisen, welches sie in den vergangenen Jahren nicht oder nur teilweise deklariert haben. Wenn die Hinterziehung der Steuerverwaltung nicht bereits an­derweitig bekannt ist, die steuerpflichtige Person die Steuerverwaltung bei der Feststellung der massge­blichen Verhältnisse vorbehaltslos unterstützt und sich um die Bezahlung der geschuldeten Nachsteuer bemüht, bleibt die Hinterziehung bei der erstmaligen Selbstanzeige straflos (Art. 217 ff. StG und Art. 175 ff. DBG). Bei jeder weiteren Selbstanzeige beträgt die Busse ein Fünftel der hinterzogenen Steuer.

Wer sich im Rahmen der straflosen Selbstanzeige selber anzeigen will, muss alle bisher nicht deklarierten Einkommens- und Vermögensbestandteile (beispielsweise Liegenschaften oder Bankbeziehungen) offen legen und vorbehaltlos mit der Steuerverwaltung kooperieren.

Für die Selbstanzeige gibt es keine Formvorschriften oder spezielle Formulare. Sie kann jederzeit in einem Schreiben an die Steuerverwaltung erfolgen oder auch als Beilage mit der (aktuellen) Steuererklärung eingereicht werden. Dabei reicht es jedoch nicht aus, die bisher hinterzogenen Elemente einfach in der Steuererklärung aufzuführen. Vielmehr muss ein Hinweis auf die bisher unvollständige Deklaration explizit erfolgen.

Auch die persönliche Vorsprache an den Schaltern der regionalen Büros der Steuerverwaltung in Bern, Thun, Biel, Burgdorf oder Moutier ist möglich. Die Selbstanzeige braucht nicht begründet zu werden,  jedoch sollten alle sachdienlichen Unterlagen beigelegt werden, wie beispielsweise

  • Zusammenstellung der Zahlen über nicht versteuerte Einkommen und Vermögen in den letzten 10 Jahren
  • Wertschriften: jährliche Steuerauszüge
  • Bankkonti: Jahresendauszüge mit Kapitalbeständen und Bruttozinsen; vollständige Jahresauszüge, falls unversteuerte Einkünfte eingegangen sind
  • Lebensversicherungen: Bescheinigung der Vermögenssteuerwerte
  • Grundeigentum Ausland: Kopie Kaufvertrag, Bescheinigung Katasterwert, bei Vermietung Angaben über die Mietzinsen, Belege über Hypothekarschulden und -zinsen

Bei der straflosen Selbstanzeige fällt die Busse weg. Die Nachsteuer bleibt jedoch bestehen und wird inklusive Verzugszins wie bisher für höchstens zehn Jahre erhoben.

Hinweis

Automatischer Informationsaustausch

Ab dem Kalenderjahr 2018 erhalten die schweizerischen Steuerbehörden in einem automatisierten Verfahren Auskünfte über ausländische Bankkonten (sowie Konten bei kollektiven Anlageinstrumenten und Versicherungsgesellschaften) und deren Inhaber. Der automatische Informationsaustausch (AIA) wird dazu führen, dass der Steuerverwaltung nicht deklarierte Konten (Hinterziehungen) bekannt werden. Bis zum ersten Datenaustausch im Jahr 2018 ist nach der Praxis der Steuerverwaltung des Kantons Bern eine straflose Selbstanzeige möglich, solange sie die entsprechende Finanzinformation noch nicht erhalten hat (Abruf der Informationen in der Datenbank der Eidgenössischen Steuerverwaltung ESTV).

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